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Ars Electronica Center

Museum der Zukunft

Weithin sichtbar, prägt die markante Architektur des Ars Electronica Centers das Linzer Stadtbild - und erschließt sich dennoch nicht auf den ersten Blick. Das Wiener Büro Treusch Architecture entwarf einen Baukörper, bei dem keine Außenkante parallel zur anderen verläuft. Ein Haus, das je nach Betrachtungswinkel eine andere Gestalt annimmt und seine wahren Ausmaße erst im Zuge der direkten Erkundung freigibt.


Über das Projekt

Das Ars Electronica Center - war das zentrale Bauwerk der Kulturhauptstadt Linz 09. Der Erweiterungsbau wurde zu diesem Anlass 2009 eröffnet. Leitgedanke des Entwurfs war die Ausbildung des Erweiterungsbaus als skulpturales Gebäude und als offenes System, das Botschaften nach außen widerspiegelt und Spielraum für alle Arten von Installations-, Projektions- und Beleuchtungsszenarien ermöglicht. Der Neubau bildet mit dem Bestand eine Einheit. Das mehrgeschossige Haupt- und Versorgungsgebäude ist als Glaskubus mit doppelschaliger Fassade gebaut und grenzt an das bestehende AEC an. Seine Außenhülle kann als Projektionsfläche und damit als bespielbare Hülle genutzt werden.

Das Museum bietet 3.000 m² für Ausstellungen, 1.00 für die Forschung und 400 für Seminare und Konferenzen, 650 für Gastronomie und Veranstaltungen. Darüber hinaus kann der Vorplatz mit einer Fläche von 1.000 m² für Open-Air Veranstaltungen genutzt werden. Herzstück des Gebäudes ist die 1.000 m² große Main Gallery. Ein Raum, in dem Künstler und Wissenschaftler, Schüler und Studenten, Eltern und Kinder experimentieren, arbeiten und spielen können. Schwerpunktlabors und interaktive Installationen sollen hier neue Bilder vom Menschen entstehen lassen. Unter Berücksichtigung der städtebaulich wichtigen Gegebenheiten, wie den Erhalt der freien Sicht auf die Donau sowie die Bewahrung des historischen Ensembles, entstand ein Haus mit hohem Wiedererkennungswert. 

LOCATION

Linz, Österreich

ARCHITEKT

Treusch Architecture ZT GmbH

Website

FASSADE

GIG Fassadenbau

Website

Verwendete Produkte

Glas als Projektionsfläche

Mit seiner imposanten Glas-Stahl-Konstruktion ist das AEC als Medienfassade nicht nur Skulptur sonder ein Apparat für die Stadt. 1.100 Glaselement bilden die Projektionsfläche für 40.000 LED Leuchtdioden. Visuelle Effekte als Interface für Künstler und Kuratoren kommunizieren das Grundkonzept des AEC: Kunst, Technologie und Gesellschaft. Ausstellungen im AEC nutzen die Hülle des Gebäudes um die aktuellen Themen an Interessenten und Besucher zu kommunizieren.

Der Kubus wurde mit insgesamt 4.500 m² STADIP Verbundsicherheitsglas - alle Einzelscheiben als PLANIDUR - bekleidet, wobei ca. 80 % davon als Projektionsfläche genutzt werden. Dabei wirken die in vielen Versuchen optimierten Gläser als bespielbare Hülle. Hinsichtlich der Beleuchtung stellte sich nach einigen Materialversuchen heraus, dass sich mit Gussglas die besten Ergebnisse erzielen lassen. Im Gegensatz zu herkömmlichem Floatglas breitet sich das LED-Licht besser und gleichförmiger aus. Jede der 1.100 Glasscheiben mit einer Breite von etwa 3,6 m und einer Höhe von 1,15 m stellt dabei ein Pixel der Gesamtbespielung dar. Das Licht jeder Scheibe ist einzeln steuerbar und ermöglich innerhalb einer Millisekunde eine stufenlose Veränderung der Farb- und Helligkeitswerte [RGBW]. Als Standardbeleuchtung offenbart das AEC eine weitere Besonderheit der LED-Technik: die Möglichkeit, reines Weiß darzustellen. Auf Knopfdruck erstrahlt das Gebäude als "weißer Kristall". Mittels LED Leisten wird das Licht seitlich auf die Glasfläche projiziert. Sie sind vertikal auf einer Seite der Glasscheibe montiert und verschwinden damit für den Betrachter unsichtbar in die Fassade.

Das transluzent strukturierte Erscheinungsbild wird durch die Verwendung von MASTER-POINT geprägt. Die teils transparenten und teil matt ausgeführten Glasflächen werden vom Zwischenbereich aus hinterleuchtet: 40.000 LEDs illuminieren die 5.000 m² große Gebäudehülle und erzeugen nachts ein spannenden Spiel aus Licht und Farbe. Dann wird der Bau zur transparenten Lichtskulptur.

Die elektronisch öffenbaren Klappfenster mit 90° Öffnungswinkel dienen der natürlichen Belüftung und der freien Durchsicht der dahinter liegenden Büroräume. Die Glasscheiben sind trapezförmig ausgebildet und haben eine durchschnittliche Größe von etwa 2,30 x 1,15 m. Die innere Fassade in den verglasten Bereichen wurde als Pflosten-Riegel-Konstruktion errichtet [Warmfassade]. Vor Massivbauteilen ist die Fassade hinter einer Blechverkleidung teilweise hinterlüftet und teilweise als Vollwärmeschutz-System aus Steinwolle ausgeführt.

Städtebaulich bildet das Ars Electronica Center einen gelungenen Schlussstein für den Bezirk Urfahr, eine Art Leuchtturm im Dialog mit dem vis-à-vis befindlichen Kunstmuseum Lentos.

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